Veröffentlicht: · Aktualisiert: Fabian Klement · Wirtschaftsprüfer und Steuerberater  · 5 Minuten Lesezeit

GmbH gründen: Kosten, Stammkapital und Ablauf 2026

Was kostet eine GmbH-Gründung 2026? Ein Gebührenbeispiel für Notar und Register, die Regeln zum Stammkapital und der Ablauf bis zur steuerlichen Erfassung.

Was kostet eine GmbH-Gründung 2026? Ein Gebührenbeispiel für Notar und Register, die Regeln zum Stammkapital und der Ablauf bis zur steuerlichen Erfassung.

Für eine GmbH-Bargründung mit individuellem Vertrag, mehreren Gesellschaftern und 25.000 EUR Stammkapital zeigt das folgende Beispiel rund 1.070 bis 1.170 EUR für Notar und Handelsregister. Zusätzliche Beratung, Gewerbeanmeldung und laufende Verwaltung kommen hinzu. Die 25.000 EUR Stammkapital sind davon getrennt zu planen: Sie werden der Gesellschaft als Eigenkapital zugeführt.

Die GmbH eignet sich für viele Unternehmen, die eine Haftungsbeschränkung und klare gesellschaftsrechtliche Strukturen benötigen. Welche Gründungsform und Kapitalausstattung passen, hängt vom Geschäftsmodell und den beteiligten Personen ab.

Sie suchen Unterstützung für die steuerliche Vorbereitung und die Zeit nach dem Start? Unsere Seite GmbH gründen mit Steuerberater beschreibt die Begleitung von der Gründungsplanung bis zur laufenden Betreuung.

Was ist eine GmbH?

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft und eine eigenständige juristische Person. Verträge werden grundsätzlich von der Gesellschaft abgeschlossen. Für Gesellschaftsschulden haftet grundsätzlich das gesamte Gesellschaftsvermögen. Persönliche Haftung kann dennoch entstehen, etwa durch Bürgschaften oder Pflichtverletzungen; offene Einlagen bleiben geschuldet.

Die GmbH bietet dadurch eine deutlich stärkere Haftungsabschirmung als ein Einzelunternehmen oder eine GbR. Gleichzeitig entstehen aber mehr Formalitäten, laufende Buchhaltungspflichten und Jahresabschlusskosten.

Welche Kosten entstehen bei einer GmbH-Gründung?

Notar und Register berechnen gesetzlich geregelte Gebühren. Die Rechnung hängt unter anderem vom Geschäftswert, dem Vertrag und den notwendigen Tätigkeiten ab. Ein Musterprotokoll kann bei einfachen Konstellationen Kosten verringern, lässt aber nur begrenzte Gestaltungsfreiheit zu.

Beispiel: mehrere Gesellschafter, Bargründung, 25.000 EUR Stammkapital

Grundlage sind das Gebührenbeispiel der Bundesnotarkammer für eine Mehrpersonen-GmbH einschließlich Geschäftsführerbestellung und die Handelsregistergebührenverordnung, Anlage, Nrn. 2100 und 6000. Es geht um eine Neugründung ohne Sacheinlagen oder Umwandlung.

KostenpositionBetrag im Rechenbeispiel
Notargebühren laut Beispiel der Bundesnotarkammer, netto630,00 EUR
Auslagen und Pauschalen, für diese Rechnung angenommen30,00 EUR
19 % Umsatzsteuer auf zusammen 660,00 EUR125,40 EUR
Notarrechnung im Beispiel, brutto785,40 EUR
Handelsregistereintragung, Nr. 2100225,00 EUR
Bereitstellungsgebühr, Nr. 6000: ein Drittel von 225,00 EUR75,00 EUR
Notar und Register insgesamt1.085,40 EUR

Werden statt 30 EUR Auslagen beispielsweise 20 bis 100 EUR angesetzt, ergibt sich bei ansonsten identischen Annahmen ein Gesamtbetrag von 1.073,50 bis 1.168,70 EUR. Das erklärt die gerundete Spanne von rund 1.070 bis 1.170 EUR. Sie ist eine Beispielrechnung für diesen Fall und kein verbindlicher Kostenvoranschlag. Weitere Registervorgänge, besondere Verträge, zusätzliche Beglaubigungen oder Online-Verfahren können die Rechnung verändern. Die Registergebühren enthalten keine Umsatzsteuer.

Welche Ausgaben kommen hinzu?

Zusätzlich können eine kommunale Gewerbeanmeldegebühr, ein Geschäftskonto, steuerliche Gründungsberatung und die Einrichtung der Buchführung anfallen. Die Höhe richtet sich nach Gemeinde, Anbieter und vereinbartem Leistungsumfang. Die Steuerberatung ist in der obigen Rechnung nicht enthalten.

Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärungen, Offenlegung beziehungsweise Hinterlegung und gegebenenfalls Lohnabrechnungen sind wiederkehrende Pflichten. Sie sollten im Budget für das erste Geschäftsjahr gesondert berücksichtigt werden.

Wie hoch muss das Stammkapital sein?

Das Mindeststammkapital beträgt 25.000 EUR. Bei einer reinen Bargründung müssen vor der Registeranmeldung auf jeden Geschäftsanteil mindestens 25 % und insgesamt mindestens 12.500 EUR eingezahlt sein. Bei Sacheinlagen gelten zusätzliche Anforderungen. Die noch nicht eingezahlten Beträge bleiben als Einlageverpflichtung bestehen. Grundlage sind § 5 GmbHG und § 7 GmbHG.

Das eingezahlte Kapital darf grundsätzlich für betriebliche Zwecke genutzt werden; es muss nicht dauerhaft unberührt auf einem Konto liegen. Die ordnungsgemäße Kapitalaufbringung und Kapitalerhaltung bleiben aber zu beachten. Eine Rückzahlung an Gesellschafter ist deshalb nicht beliebig möglich.

Für Ihre Liquiditätsplanung sind drei Größen zu trennen: die Einzahlung auf das Stammkapital, die Gründungsgebühren und die Mittel für den laufenden Betrieb. Wer Gründungskosten trägt und welche Kosten die Gesellschaft übernehmen darf, ist ebenfalls vorab zu klären.

Ablauf einer GmbH-Gründung

1. Rechtsformentscheidung treffen

Vor der Gründung sollte geprüft werden, ob eine GmbH tatsächlich die passende Rechtsform ist.

Für manche Gründer kann zunächst auch eine UG sinnvoll sein.

Weiterführender Beitrag:

UG gründen Kosten und Ablauf 2026

2. Gesellschaftsvertrag erstellen

Der Gesellschaftsvertrag regelt unter anderem:

  • Gesellschafter
  • Stammkapital
  • Geschäftsführung
  • Unternehmensgegenstand
  • Gewinnverteilung
  • Anteilsübertragungen
  • Ausscheiden von Gesellschaftern

Bei mehreren Gesellschaftern sollte der Vertrag sorgfältig gestaltet werden.

3. Notartermin

Die Gründung erfolgt durch notarielle Beurkundung.

Dabei werden die Gesellschaft gegründet und die Geschäftsführer bestellt.

4. Geschäftskonto eröffnen

Nach dem Notartermin wird ein Geschäftskonto eröffnet und das Stammkapital eingezahlt.

5. Handelsregistereintragung

Mit der Eintragung ins Handelsregister entsteht die GmbH als juristische Person.

Geschäfte vor der Eintragung sind möglich, bringen aber besondere Haftungsrisiken mit sich. In dieser Phase ist die Bezeichnung „GmbH i. G.“ zu verwenden und die Haftung vorab zu klären.

6. Steuerliche Erfassung

Die steuerliche Anmeldung ist frühzeitig einzuplanen. Für die Mitteilung der Gründung gilt grundsätzlich eine Monatsfrist; auf einen Brief des Finanzamts sollte nicht gewartet werden. Näheres zum Fristbeginn und zur elektronischen Übermittlung erläutert unser Beitrag zum Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

Dabei werden unter anderem Angaben zu Umsätzen, Gewinnen, Umsatzsteuer und der steuerlichen Vertretung gemacht.

Steuerliche Belastung einer GmbH

Die GmbH unterliegt insbesondere:

  • Körperschaftsteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Gewerbesteuer

Zusätzlich fallen bei Ausschüttungen regelmäßig weitere steuerliche Belastungen auf Ebene der Gesellschafter an.

Deshalb sollte frühzeitig über Themen wie Geschäftsführergehalt, Gewinnausschüttungen, Holdingstruktur und Vermögensaufbau nachgedacht werden.

Wann lohnt sich eine Holding?

Viele Unternehmer beschäftigen sich erst mit einer Holding, wenn bereits erhebliche Gewinne entstanden sind.

Häufig ist eine frühzeitige Strukturierung sinnvoller.

Weitere Informationen:

Holding gründen

GmbH oder UG?

Die GmbH bietet gegenüber der UG häufig Vorteile bei:

  • Außenwirkung
  • Bonität
  • Finanzierung
  • Investorenfähigkeit

Die UG punktet dagegen durch geringere Kapitalanforderungen.

Unser kostenloser Vergleich:

UG oder GmbH?

Typische Fehler bei der GmbH-Gründung

Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • unpassende Rechtsformwahl
  • ungeeigneter Gesellschaftsvertrag
  • fehlende Gesellschafterregelungen
  • falsche Umsatzsteuerbehandlung
  • fehlende Holdingplanung
  • unzureichende Buchhaltungsprozesse
  • unklare Geschäftsführervergütung

Fazit

Die GmbH ist eine bewährte Rechtsform für Unternehmer, die von Anfang an professionell auftreten und eine haftungsbeschränkte Struktur nutzen möchten.

Ob eine GmbH oder eine UG besser geeignet ist, hängt vom Geschäftsmodell, Kapitalbedarf und den langfristigen Zielen ab.

Steuerliche Begleitung vor und nach der GmbH-Gründung

Bei der steuerlichen Begleitung Ihrer GmbH-Gründung klären wir auch, wie die Zusammenarbeit nach dem Start aussehen soll. Dazu gehören die Aufgabenverteilung bei der laufenden Buchhaltung und die Vorbereitung des ersten Jahresabschlusses.

Im Kennenlerngespräch besprechen wir Ihr Vorhaben und den benötigten Betreuungsumfang. Hilfreich sind Angaben zum Geschäftsmodell, zu den Beteiligten, zum geplanten Start und zur vorhandenen Buchhaltungssoftware. Leistungen und Vergütung stimmen wir vor einer Beauftragung mit Ihnen ab.

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